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Software-Test


Steganos Internet Anonym

Das Internet unerkannt zu durchsurfen - über stetig wechselnde, weltweit verstreute Proxy-Server, das verspricht das Programm Steganos Internet Anonym. Als Draufgabe gibt es noch einen Aufräumdienst für Cookies und Co und einen Datenschredder.

Wir testeten die Version 2.03 unter Windows 2000:

Die Installation des kleinen Programms (3,15 Mb auf der Festplatte) lief auf unserem Testrechner (Pentium 400 MHz, 128 Mb RAM) innerhalb weniger Sekunden klaglos ab. Ohne Neustart erschienen zwei neue Icons auf dem Desktop - "Steganos Internet Anonym" und "Shredder". Im Startmenue wurde ein entsprechender Eintrag angelegt.

Beim erstmaligen Aufruf von "Steganos Internet Anonym" wird automatisch eine aktuelle Liste von über 200 anonymisierender Proxy-Server über das Internet vom Steganos-Server heruntergeladen. Nach diesem, wenige Sekunden dauerndem Vorgang sieht man die übersichtliche Oberfläche des Programms vor sich. Ein Häkchen neben "Anonym surfen" zeigt, daß die Software bereits aktiv ist. Links im Fenster, unter dem eigenen Computer steht die eigene IP-Adresse, rechts unter dem "Phantom" die Adresse des derzeitigen Proxys, sowie allenfalls eine Port-Nummer. Die Phantom-IP wechselt dabei in der defaultmäßig eingestellten, schnellsten Frequenz: fast jede Sekunde. Hier in diesem Fenster hat man dann auch nur eine Einstellmöglichkeit: Anonym surfen "an" oder "aus".

Wer "Einstellungen" anklickt, kann die Häufigkeit des Proxywechsels verringern. Die Surfperformance leidet nämlich etwas unter dem schnellen Wechsel der Proxies. Mit einem Schieberegler kann hier zwischen "jede Sekunde" und "einmal pro Minute" gewählt werden. Je nach Sicherheitsbedarf und Rechnerperformance sollte hier ein Mittelwert eingestellt werden. In einem zweiten Fesnster können noch die Startoptionen des Programms eingestellt und erklärende Meldungen aktiviert oder deaktiviert werden. Der Button "Anonymität prüfen" startet im Browser eine Diagnoseseite von Steganos, auf der die Daten des momentan aktiven Proxys erscheinen: Vom Computer- und Netzwerknamen bis zur Bildschirmauflösung des (gefaketen) Users. Diese Daten würde auch der Sitebetreiber in seinen Logs sehen.

Die Qualität der Proxyserver kann schon mal variieren. Sollte ein Server sehr langsam sein, oder öfters Fehlermeldungen bringen, so kann man diesen in den Einstellungen manuell deaktivieren oder löschen. Auch das Hinzufügen von einzelnen IP-Adressen von Proxyservern ist möglich und unter Umständen sinvoll.

 

Die gut gegliederte Hilfefunktion gibt nicht nur wichtige Tipps und wartet mit einer Feedbackadresse auf, sie verrät auch eine wichtige Einschränkung des Systems: Gesicherte Verbindungen über das https-Protokoll laufen nicht über anonyme Proxies. Zitat: "Wenn Sie auf derartigen Webseiten surfen werden die anonymisierenden Proxy-Server ganz bewußt umgangen und Sie und Ihre IP-Adresse sind für die Webseite ganz normal sichtbar." Gut zu wissen, denn beim "anonymen surfen" merkt man davon nichts.
Die zweite Funktion umfasst das Verwischen der Surfspuren auf dem eigenen PC. Je nach Vorwahl in den Einstellungen vernichtet das Programm nebenstehende Daten. Dabei kann noch ausgewählt werden, ob einfaches Überschreiben auf der Festplatte genügt oder vernichten nach DoD 522.22 (seven pass extended character rotation wiping) - Standard des US-Verteidigungsministeriums angesagt ist.
Der dritte Programmteil ist der "Shredder". Er ist über das Icon mit dem Radiergummi zu erreichen und dient zur Beseitigung von Dateien, die nicht mehr wiederhergestellt werden sollen. Bekanntlich sind ja gelöschte Dateien unter Windows nicht weg, sondern lediglich umbenannt und können mit recht einfachen Tools wieder sicht- und lesbar gemacht werden. Der Shredder von Steganos überschreibt die betreffende Datei mehrfach mit der DoD 5220.22-M/NISPOM 8-306-Technologie des US-Verteidigungsministeriums oder wahlweise auch einfach, was bedeutend schneller geht, aber bei einzelnen Dateien nicht ins Gewicht fällt. Die zu zerstörenden Dateien werden dazu einfach in das Programmfenster oder auf das Icon des Shredders gezogen. Alternativ kann auch im Programmfenster der Dialog "Datei hinzufügen" gewählt werden. Im Gegensatz zu anderen Programmen vernichtet der Shredder nicht nur den Dateiinhalt, sondern auch Dateinamen, Größe, Datum und Attribute.
Fazit: Steganos Internet Anonym gibt dem Anwender ein Stück Anonymität zurück. Für das Verschleiern von IP-Adresse und Rechnerdaten vor allzu neugierigen Sitebetreibern sollte das reichen. Naturgemäß kann das surfen über Proxies, deren Betreiber man nicht kennt, jedoch keine 100-prozentige Sicherheit geben. Ob diese Betreiber nicht doch Logfiles erstellen, die den jeweiligen Nutzer entlarven, kann nicht garantiert werden. Doch bei einem Wechsel des Proxys alle paar Sekunden, so wie es das Programm beherrscht, kann schon von einer minimalen Zurückverfolgbarkeit ausgegangen werden.

 

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